Haltungshinweise

 

 

Anschaffung
Vor der Anschaffung ist abzuklären ob Familienmitglieder Allergien haben.
Oft reicht es schon aus, mal einen Nachmittag bei Jemandem zu verbringen der Kaninchen hat.
Man sollte sich im Klaren sein, dass Kaninchen eine durchschnittliche Lebenserwartung von ca. 8 Jahren haben.
Kinder können nach einiger Zeit das Interesse verlieren, deshalb sollten die Eltern die Tierliebe Ihrer Kinder teilen und bereit sein, die Pflege der Kaninchen zu übernehmen, falls die Kinder sich nicht mehr für die Tiere interessieren.
Es sollte auch abgestimmt werden, wer sich während eines Urlaubs um die Zwerge kümmert.
Achten Sie beim Kauf nicht nur auf die Optik, sondern auch auf den Zustand der Tiere. Sie müssen sauber, munter und aufmerksam sein. Der Po sollte frei von Kot und die Augen ohne Verklebungen und klar sein. 
Bei privaten Züchtern können Sie sich von der artgerechten Haltung der Tiere überzeugen. In den meisten Fällen können Sie sich den Zustand der Stallanlagen anschauen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie die Eltern mit Ihrem gesamten Wurf sehen können. Anhand der Größe der Eltern, können Sie außerdem darauf schließen, wie groß Ihr Kaninchen wird.
In der Zoohandlung sollten Sie darauf achten, dass man Ihnen statt eines Zwergkaninchens, nicht ein kleinwüchsiges Stallkaninchen anbietet. Diese sind meist erheblich größer als ein Zwergkaninchen.
Ein kleiner Tipp noch: Vergleichen Sie die Ohrlänge einiger junger Zwergkaninchen, denn diese ist ein Merkmal für die spätere Größe des Tieres. 
 
Gesellschaft
Kaninchen sind Rudeltiere und leben gerne in Gemeinschaft. Deshalb sollten sie sich überlegen, ob Sie sich mindestens ein Zweites anschaffen.
Oft sind auch in Käfigen Kaninchen und Meerschweinchen zu sehen.
Allerdings sprechen die Meerschweinchen eine andere Sprache und haben ein anderes Sozialverhalten. Beide werden sich wohl arrangieren, aber nie Partner werden. Auch Menschen sind nicht in der Lage dem Ninchen ein Leben lang einen Artgenossen zu ersetzen.
Am besten akzeptieren sich ein kastriertes Böckchen und eine Häsin.
Generell ist es dabei problemloser zwei Jungtiere oder Wurfgeschwister aufzunehmen, als erwachsene Tiere zu vergesellschaften, wobei Rammler so früh wie möglich kastriert werden sollten.
Jedoch sind sie auch nach der Kastration noch 4-6 Wochen zeugungsfähig.
Zwei kastrierte Böckchen oder zwei Weibchen können harmonisch zusammen leben, müssen aber nicht. Hier ist es genauso wie bei den Menschen, dass man jemanden von Anfang an nicht „riechen“ kann.
Oft ist es so, dass sich angeblich aggressive Kaninchen in Gesellschaft und bei genügend Auslauf als die reinsten Kuscheltiere entpuppen.
Wer sitzt schon gerne den ganzen Tag allein in einem kleinen Käfig und bekommt sein Essen durch eine Öffnung gereicht.
 
Ich habe zu diesem Thema eine sehr interessante Seite gefunden die solche Floskeln wie "Mein Kaninchen fühlt sich wohl allein", "Ich beschäftige mich genug mit meinem Zwerg" oder "Ich will, daß mein Kaninchen zahm bleibt" analysiert.
 
 
Käfig und Auslauf
Bevor ein kleiner Zwerg bei Ihnen einziehen kann, sollten Sie sich die nötige Ausstattung für den neuen Mitbewohner anschaffen. Zuerst stellt sich natürlich die Frage, ob Sie Ihr Kaninchen in der Wohnung oder im Garten halten möchten.
Kaninchen können in einem geeigneten Stall, geschützt von Regen, Wind und Sonne das ganze Jahr über draußen leben.
Sie können aber auch in der Wohnung gehalten werden. Hier sollte das Kaninchenheim für ein bis zwei Zwerge eine Mindestfläche von ca. 120x50 cm haben und an einem ruhigen Platz, möglichst nicht auf dem Boden stehen.
Der Käfig sollte mit einem Häuschen ausgestattet sein, in dem sich die Zwerge zurückziehen können. Ein standfester Futternapf aus Ton, eine Heuraufe und am besten eine Nippeltränke sind für das leibliche Wohl der Kaninchen erforderlich.
Da Kaninchen sehr reinliche Tiere sind, benötigen sie auch ein Hasenklo.
Sie benutzen meist nur eine Ecke des Käfigs. Stellen Sie in diese Ecke dann die Toilette, am besten gefüllt mit Strohpellets (sehr saugfähig). Verwenden Sie bitte niemals Katzenstreu. Dies kann beim Verzehr giftig sein.
Eine Transportbox für spätere Tierarztbesuche sollten Sie sich auch zulegen.
Bevor Sie mit den Tieren nach Hause kommen, sollte der Käfig fertig eingerichtet sein, dass die Zwerge nicht ängstlich in der Transportbox warten müssen. Lassen Sie den Kaninchen ein wenig Zeit zur Eingewöhnung und gönnen Sie ihnen am Anfang etwas Ruhe.
 
Da Kaninchen sehr bewegungsfreudige Tiere sind, sollte der tägliche Auslauf selbstverständlich sein auch um Übergewicht zu verhindern, denn ein noch so großer Käfig ist zu klein zum Rennen, Springen und Haken schlagen. In der Wohnung ist aber auf die Sicherheit der Zwerge zu achten.
Giftige Pflanzen und Elektrokabel können tödlich für Ihre Tiere sein.
Ein Freigehege sollte mit einem Netz abgedeckt werden um Greifvögel, Katzen etc. abzuhalten. Da Kaninchen gerne buddeln sollte das Gehege auch durch Draht nach unten abgesichert sein.
 
Futter
Bei der Ernährung sollten Sie auf eine gesunde und abwechslungsreiche Zusammenstellung achten, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.
Nach dem Kauf des Kaninchens sollte eine Umstellung auf Grünfutter ganz langsam erfolgen. Es besteht ansonsten die Gefahr von Durchfall und Blähungen. 
Heu und frisches Wasser sollten immer frei zur Verfügung stehen.
Das Heu ist der Kaninchen täglich Brot und für die Verdauung und ausreichende Abnutzung der Zähne lebenswichtig. Beim Heu ist darauf zu achten, dass es immer trocken gelagert und nicht zu alt wird. Es sollte noch grün sein, Blumen und Kräuter enthalten, die auch noch zu erkennen sind.
Zu einer gesunden Ernährung gehört natürlich auch das Grünfutter.
Hier eignen sich:
Apfel, Birne
Bärenklau
Beifuß
Breit- u. Spitzwegerich
Brennesseln (leicht angewelkt)
Broccoli
Brombeerblätter
Chicoreé
Dill            
Endivien
Erbsengrün
Erdbeeren
Feldsalat
Fenchel
Gänsefuß
Himbeeren + Blätter
Huflattich
Kamille
Karotten mit Kraut
Klee
Kerbel
Kohlarten (in kleinen Mengen, bläht)
Liebstöckel
Löwenzahn
Luzerne (wenig)
Melde
Petersilie
Radieschenblätter
Rettichblätter
Salbei
Sauerampfer
Schafgarbe
Sellerie
Sonnenblume
Spinat
Weinblätter
Wicken
Wiesenkräuter
 
Ungeeignet sind:
Kopfsalat (zu hohe Nitratbelastung)
Rohe Kartoffeln
Zitrusfrüchte 
 
GIFTIG!!!
Blasenstrauch
Bohnen roh
Eibengewächse
Efeu
Fingerhut
Ginster
Goldregen
Hahnenfuß
Heckenkirsche
Herbstzeitlose
Hundspetersilie
Kartoffelkeime
Lebensbaum
Maiglöckchen
Mohn
Rosskastanie
Schierling
Schneebeere
Stechpalme
Tollkirsche
Tulpen
Zeder
Zimmerpflanzen z.B. Benjamini, Monstera, Dieffenbachia
Zwergholunder
 
Bitte beachten sie wo das Grünfutter gesammelt wird. Ungeeignet sind Straßenränder wegen den Abgasen und Wege auf denen Hunde gerne ausgeführt werden. Gespritze Äcker oder gedüngte Wiesen sind auch verboten.
Obst sollte nur in kleineren Mengen verfüttert werden.
Zum Zufüttern eignet sich Trockenfutter (Pellets). Jedoch ist dies in großen Mengen nicht gesund. Als Richtwert gilt ein Esslöffel pro Kaninchen und Tag.
Im Sommer kann meiner Meinung nach bei einer abwechslungsreichen Ernährung ganz darauf verzichtet werden.
In den angebotenen Kaninchenfertigfuttermischungen finden sich oft jede Menge bunter Bisquites, Getreidekörner, Erdnüsschen und andere Leckereien, die die Kaninchen lieben. Auch Knabberstangen mit Honig, Waldbeeren und anderen Genüssen finden großen Anklang.
Jedoch darf man nicht vergessen, dass diese Nahrung nicht ihrem natürlichen Nahrungsangebot entspricht, dick macht und es zu Leberverfettung kommen kann. Dadurch wird die Lebenserwartung eines Kaninchens herabgesetzt.
Ich selbst füttere Deukanin-fit Kräuter & Petersilie.
Als Leckerlis bekommen meine Zwerge Trockengemüse und getrocknete Kräuter, auf die sie ganz verrückt sind. Schaut mal unter www.kraeuter-kate.de. Die haben super schöne Sachen für unsere Lieblinge.
Damit sich die Zähne abnutzen können reiche ich ungespritzte Äste (am liebsten Weide) und hin und wieder trockenes (nicht angeschimmeltes) Brot oder Knäckebrot zum knabbern.
 
Pflege
Fell: Das Fell der Löwenköpfchen ist pflegeleichter als bei anderen langhaarigen Kaninchen und braucht eigentlich keine besondere Zuwendung. Jedoch kann man den Zwergen während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst durch tägliches Bürsten helfen um die abgestorbenen Haare loszuwerden. Andere langhaarige Zwerge sollten auch außerhalb des Fellwechsels einmal wöchentlich gebürstet werden. Kaninchen sollten niemals gebadet werden, diese halten ihr Fell alleine in Ordnung!
Augen/Ohren: Auf Augen und Ohren können Sie täglich einen Blick werfen.
In der Regel putzen sich die Zwerge gegenseitig. Kleine Sandkörnchen können Sie mit einem Tuch selbst entfernen. Bei unsauberen Ohren und verklebten Augen sollten Sie jedoch sofort den Tierarzt aufsuchen.
Käfigreinigung: Der Futternapf sollte täglich heiß ausgewaschen und das Stroh aufgelockert werden. Die Toilette ist alle ein bis zwei Tage zu reinigen.
Einmal wöchentlich ist die Bodenwanne abzuduschen, das Einstreu zu wechseln und die Nippeltränke mit der Flaschenbürste sauber zu machen.
Das Gitteroberteil sollte einmal im Monat mit heißem Wasser abgewaschen werden. Ich benutze für die Teile die mit Urin in Verbindung kommen Essigreiniger und Bürste.
Zähne: Die Zähne der Kaninchen sollten regelmäßig kontrolliert werden. Da diese ständig nachwachsen ist es besonders wichtig, dass für eine ausreichende Abnutzung der Zähne gesorgt wird. Hier eignen sich wie schon erwähnt, Zweige, hartes Brot und ggf. Knabberstangen.
Bei einer erblich bedingten Fehlstellung müssen die Zähne regelmäßig vom Tierarzt gekürzt werden.    
Krallen: Die Krallen der Kaninchen wachsen ständig nach. Zu lange Krallen können den Zwerg beim Laufen behindern. Bei Wohnungskaninchen ist es wichtig, diese regelmäßig zu kürzen, da sie nur wenig Möglichkeiten haben, sich die Krallen abzunutzen. Die Krallen sollten nicht wesentlich über das Fell an den Pfoten herausschauen. Dafür gibt es spezielle Krallenscheren. Dabei sollte man immer ca. 0,5 cm vor dem Blutgefäß schneiden. Wichtig ist, dass man nicht in den durchbluteten Teil der Kralle schneidet, da das sehr schmerzhaft ist und es zu schlimmen Entzündungen kommen kann. Man kann gut erkennen bis wohin die Krallen durchblutet sind, wenn man sie vor eine Lichtquelle hält. Bei hellen Tieren kann man die Blutgefäße sehr deutlich erkennen. Wer das noch nicht gemacht hat, sollte es sich vom Tierarzt einmal zeigen lassen.
Impfungen: Am besten jedes Frühjahr (März/April) sollten die Zwerge gegen Myxomatose und Chinaseuche (RHD) geimpft werden. Die Myxomatose-Impfung hält allerdings nur ein halbes Jahr und müsste im Herbst wiederholt werden. Diese Seuchen werden z.B. durch Insekten und wilde Kaninchen übertragen. Auch das Futter von einer Wiese auf denen wilde Kaninchen leben kann den Erreger tragen.

 

 

 

 

 

powered by Beepworld